Karl-Ludwig Böke

Schon als Kind stellte Karl-Ludwig Böke seine überragende Begabung auf dem Feld der figürlichen Plastik unter Beweis. Der siebzehnjährige wurde noch zum letzten Aufgebot des II. Weltkriegs eingezogen und begann nach einem Notabitur mit einer Steinmetzlehre. Eben volljährig nannte er sich ab 1948 „freier Künstler“ und arbeitete als solcher während seines ganzen Lebens in seiner Heimatstadt Leer. In der 60er Jahren trat er überregional mit abstrakten Eisenkonstruktionen und kinetischen Plastiken hervor und erweiterte sein Gegenstands- und Materialrepertoire kontinuierlich. Die „Steinräume“ sind skulpturale Philosophie, verdinglichte Reflexionen über die Dichotomie von Geist und Materie, Zeit und Raum, Diesseits und Jenseits in Form von Architektur- und Naturphantasien. Die „Metamorphosen“ in hochpoliertem Zinn dagegen zeugen von Bökes virtuoser Beherrschung anatomischer Formen und mythischer Sujets. Einmalige Meisterschaft erreichte der Künstler in der Portraitplastik, besonders seine genial-originäre Gestaltung des Auges beseelt seine Bronzen und verleiht ihnen Anmut und Würde. In seinem letzten Lebensjahrzehnt wurde er mit einer Reihe figürlicher Großplastiken in ganz Ostfriesland populär. Böke starb 69jährig an den Folgen einer Herzoperation. (Foto: Michael Schildmann)